Änderungen des Mutterschutzgesetzes fordern seit Jahresbeginn 2018 anlassunabhängige Gefährdungsbeurteilungen der Arbeitsplätze durch den Arbeitgeber. Das bedeutet, dass jeder Arbeitsplatz hinsichtlich des Vorliegens „unverantwortbarer Gefährdungen“ eingehend geprüft werden muss – egal, wer dort arbeitet und ob eine Mitarbeiterin schwanger ist. Zur Verbesserung des Arbeitsschutzes soll geprüft werden, ob hier besondere Schutzbedürfnisse für schwangere oder stillende Frauen bestehen.

Weiterhin sind nunmehr für alle Arbeitsplätze von direkt betroffenen Mitarbeiterinnen vertiefende Gefährdungsbeurteilungen vorgeschrieben. Dies galt bislang nur für Fälle, in denen mit möglicherweise gefährdenden chemischen, biologischen oder physikalischen Stoffen umgegangen wird.
Solange jedoch Gefährdungsbeurteilungen nach der neuen Lesart nicht erstellt sind, dürfen schwangere Frauen und stillende Mütter vorerst auch nicht mehr an solchen Arbeitsplätzen arbeiten. In diesem Zusammenhang ist dann der Arbeitgeber aber ausdrücklich aufgefordert, Beschäftigungsverbote aus betrieblichen Gründen zu vermeiden. Für die Erstellung der neuen Gefährdungsbeurteilungen wird eine Übergangsfrist bis 1. Januar 2019 gewährt (vgl. § 32 Abs. 1 Nr. 6 MuSchG).

Weiterbildungen zum Thema

Erstellen von Gefährdungsbeurteilungen: Aufgabe von Vorgesetzten

Workshop: Gefährdungsbeurteilung - Arbeitsmittel und Anlagen

Weiterführender Link

Gesetz zum Schutz von Müttern bei der Arbeit, in der Ausbildung und im Studium
Juris – Juristisches Informationssystem für die BRD