Sonnenschutz bei Arbeiten im Freien

Für alle Beschäftigten, die oft im Freien arbeiten, ist Sonnenschutz ein wichtiges Arbeitsschutzthema. Prävention ist wichtig - und Arbeitgebersache! Im Rahmen der arbeitgeberseitigen Fürsorgepflicht müssen Sonnenschutzmaßnahmen definiert und umgesetzt werden. So sollte die Prüfung geeigneter Maßnahmen in die Gefährdungsbeurteilung aufgenommen werden. Empfehlenswert ist es dabei auch den sogenannten UV-Index heranzuziehen, der im Internet abrufbar ist.

UV-Strahlung spürt man leider erst, wenn es zu spät ist und der Sonnenbrand bereits schmerzhaft auf sich aufmerksam macht. UV-Strahlung ist für das menschliche Auge unsichtbar. Dosimetermessungen zeigen, dass einige Beschäftigte bei Tätigkeiten im Freien das Mehrfache einer Sonnenbranddosis am Tag abbekommen können. Für die Haut ist dies eine enorme Belastung. Deshalb gilt es Krankheiten, wie den hellen Hautkrebs, zu verhindern.

Auch die Belastung durch Ozon ist nicht zu unterschätzen und in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Brennende Augen und Kopfschmerzen können zum Beispiel Symptome für eine erhöhte Ozonbelastung sein, die vor allem nachmittags auftritt.

Ist die Gesundheitsgefährdung besonders hoch, gilt es für den Arbeitgeber Schutzmaßnahmen zu definieren. Möglich sind:

  • Technische Schutzmaßnahmen, wie schattenspendende Überdachungen oder Unterstellmöglichkeiten
  • Organisatorische Schutzmaßnahmen, wie Arbeitszeitverlagerung und Anpassung der Arbeitsintensität
  • Verhaltensmaßnahmen, wie Sensibilisieren der Mitarbeiter zum Thema Sonnen- und Ozonschutz

 

Empfehlungen für Arbeitsstätten in Gebäuden

Auch die Temperaturen in Arbeitsräumen wie Büros, Ladengeschäften oder Werkstätten können im Sommer rasch „unerträglich“ heiß werden. Folgen für die Mitarbeiter sind Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und damit einhergehend die sinkende Leistungsfähigkeit.

Die Arbeitsstättenverordnung fordert für alle Arbeitsräume gesundheitlich zuträgliche Temperaturen, ohne dabei zu definieren, was das für die Höhe der Raumtemperatur heißt. Fenster, Oberlichter und Glaswände müssen unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren und der Art der Arbeitsstätte eine Abschirmung gegen übermäßige Sonneneinstrahlung ermöglichen.

Die Arbeitsstättenregel ASR A3.5 Raumtemperatur hingegen konkretisiert diese allgemeine Forderung und empfiehlt eine Lufttemperatur von maximal +26° C. Aber auch bei Lufttemperaturen über diesen Wert besteht kein Rechtsanspruch auf klimatisierte Räume oder gar „Hitzefrei“. Der Arbeitgeber muss geeignete Schutzmaßnahmen treffen, um die Situation zu erleichtern.

Möglich sind:

  • Technische Schutzmaßnahmen, wie Jalousien oder Klimagerät
  • Organisatorische Schutzmaßnahmen, wie Arbeitszeitverlagerung

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